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Beziehungsaufbau

Über Lehrpersonen-Schüler:innen-Beziehungen

Eine gute Beziehung darf wachsen, besonders dann, wenn sich Schüler:innen verschliessen, Widerstand zeigen oder immer wieder anecken. Genau darum geht es in diesem Themenfeld: Wie kannst du als Lehrperson auch dann eine tragfähige Vertrauensbasis aufbauen, wenn die Zusammenarbeit schwierig ist? Forschung und Praxiserfahrungen zeigen, dass Lehrpersonen-Schüler:innen-Beziehungen (LSB) nicht einseitig entstehen, sondern sich im Alltag gegenseitig entwickeln. Sie hängen eng damit zusammen, wie Schüler:innen sich verhalten, wie motiviert sie sind, wie gut sie lernen und wie wohl sie sich in der Schule fühlen. Belastete Beziehungen gehen oft mit mehr Konflikten, Unsicherheit und festgefahrenen Mustern einher. Gleichzeitig gibt es konkrete Möglichkeiten, Beziehungen zu stärken: durch eine bewusste Haltung, verlässliche und positive Begegnungen, echtes Zuhören, emotionale Bestärkung, Mitbestimmung und Ansätze wie Banking Time.

Gefangen in einem Muster

Du unterrichtest seit drei Monaten eine neue Klasse. Mit den meisten Schüler:innen hast du schnell eine tragfähige Beziehung aufgebaut. Einzig mit einem:einer Schüler:in kommt es immer wieder zu Spannungen. Sobald du den:die Schüler:in aufrufst, wirkt die Reaktion abwehrend: Blickkontakt wird vermieden, Antworten fallen einsilbig aus, Lob wird mit Schulterzucken quittiert und auf Feedback folgt oft Widerstand und Rechtfertigung. Du merkst, dass dich dieses Verhalten stärker beschäftigt als bei anderen Schüler:innen. Deine Stimme wird schneller schärfer, du bist rascher genervt und du ertappst dich dabei, innerlich schon mit Widerstand zu rechnen, bevor ihr überhaupt miteinander gesprochen habt. Auch der:die Schüler:in scheint das zu spüren.

Du wirst aufmerksam beobachtet, kleinste Signale von Missbilligung werden registriert und die Begegnungen sind zunehmend von Misstrauen geprägt. Zwischen euch hat sich ein unausgesprochenes Muster etabliert. Du interpretierst Zurückhaltung als Respektlosigkeit. Der:die Schüler:in erlebt hingegen deine Strenge als persönliche Ablehnung. Je kontrollierender du wirst, desto weiter zieht sich der:die Schüler:in zurück oder stellt sich quer. Diese Dynamik hat sich nicht aufgrund einzelner Vorfälle so entwickelt. Es sind wiederkehrende Muster, die sich so tief eingespielt haben, dass sie fast automatisch ablaufen, oft ohne dass es jemand bewusst so gewollt hätte. Diese Muster  prägen, wie ihr euch gegenseitig wahrnehmt und miteinander umgeht.

Und jetzt?

Hier findest du praxisnahe Strategien für die Vorbereitung und konkrete Vorschläge, wie du als Lehrperson in solchen Situationen handeln kannst. Sie stützen sich auf theoretische Überlegungen und empirische Befunde. Die Best Practices wurden von den Autor:innen aus diesen Grundlagen abgeleitet und befinden sich jeweils in der grün hinterlegten Box. Empirisch belegte Best Practices befinden sich in der blauen Box.

Was kannst du in der Vorbereitung tun?

Das Muster zwischen dir und dem:der Schüler:in ist nicht über Nacht entstanden und es wird auch nicht über Nacht verschwinden. Darum sollte im Schulalltag früh gehandelt werden, damit sich schwierige Situationen nicht wiederholen und du im  richtigen Moment passend reagieren kannst.

Lass positive Interaktionen im Schulalltag überwiegen

Positive Interaktionen sollten die negativen im Schulalltag überwiegen. Gemeint sind alltägliche, oft unscheinbare Begegnungen: eine freundliche Ansprache, ein kurzer persönlicher Austausch oder ein echtes Interesse am Gegenüber1,2.

Schüler:innen, die im Schulalltag regelmässig positive Begegnungen mit Lehrpersonen erleben, zeigen mehr Motivation, eine stärkere Zugehörigkeit zur Schulgemeinschaft und weniger Verhaltensauffälligkeiten1,2.

Best Practice:
Setze bewusst kleine Rituale ein, zum Beispiel eine wertschätzende Begrüssung am Morgen, ein kurzes Wort zum Abschied oder ein knapper Check-in nach einer schwierigen Situation1,2 (siehe Themenfeld Übergänge und Routinen).
Best Practice:
Gerade in der beschriebenen Situation, in der der:die Schüler:in Lob mit Schulterzucken quittiert und Blickkontakt vermeidet, lohnt es sich, niederschwellige, druckfreie Begegnungen zu schaffen, etwa mit einem “Guten Morgen, wie war dein Wochenende?”, ohne eine ausführliche Antwort zu erwarten. Solche Momente können dem:der Schüler:in signalisieren, dass sie:er wahrgenommen wird, ohne bewertet zu werden. Das stärkt schrittweise das Vertrauen und das Gefühl von Zugehörigkeit.
Formuliere Lob konkret und nachvollziehbar

Allgemeine und unspezifische Aussagen verlieren schnell an Glaubwürdigkeit, besonders bei Schüler:innen, die Zuwendungen ohnehin misstrauisch begegnen1,2. Lob wirkt besonders dann unterstützend, wenn es an ein konkret beobachtbares Verhalten oder einen direkt sichtbaren Schritt im Lernprozess geknüpft ist. Auf diese Weise verliert es seinen reinen Bewertungscharakter und wirkt stattdessen spürbar anerkennend. Konkretes Lob führt zu höherer intrinsischer Motivation bei Schüler:innen1,2.

Best Practice:
Ersetze ein pauschales “Gut gemacht!” durch eine spezifische Beobachtung: “Ich habe gesehen, dass du die Aufgabe heute zu Ende gebracht hast, obwohl sie sehr herausfordernd war.” Solches an Verhalten gebundenes Lob ist für Schüler:innen, die Rückmeldungen sonst eher abwehren, schwerer abzutun.
Schaffe Nähe durch persönliche Beziehungen und Mitbestimmung

Wenn Lehrpersonen die Lebenswelt der Schüler:innen kennen und strukturelle Massnahmen wie echte Mitsprache ermöglichen, stärkt dies Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeitserleben enorm1,3. Schüler:innen, denen Mitbestimmung und Verantwortungsbereiche zugetraut werden, erleben sich als wirksam und zeigen höheres Engagement sowie grösseres Wohlbefinden im Schulalltag3.

Best Practice:
Führe kurze Gespräche über die Interessen der Schüler:innen und greife auf, was du über sie weisst. Teile auch punktuell etwas von dir, um die Beziehung zu stärken. Etabliere im Unterricht kurze, einfach und positiv formulierte Klassenregeln und übertrage den Schüler:innen überschaubare Verantwortungsbereiche1 (siehe Themenfelder Inklusion, Regeln und Übergänge und Routinen).

 

Wie kannst du reagieren?

Gleichzeitig zeigen viele Schüler:innen mehr Ausdauer, gehen besser mit Frust um und stören seltener im UnterrichtAuch eine sorgfältige Vorbereitung verhindert herausfordernde Situationen nicht vollständig. Entscheidend ist dann, wie du darauf reagierst und ob es gelingt, das bestehende Muster zu unterbrechen.

Coache Emotionen und höre reflektierend zu

Positive und unterstützende Interaktionen hängen mit günstigeren schulischen und sozialen Entwicklungen zusammen, während negative und konfliktbelastete Interaktionen eher mit ungünstigen Beziehungs- und Verhaltensergebnissen verbunden sind1,2. Gefühle sollen wahrgenommen und benannt werden, weil dies eine direkte beziehungsförderliche Praxis ist, die auf Vertrauen, Verbundenheit, Zugehörigkeit, Respekt und Fürsorge abzielt1 (siehe Themenfeld Inklusion). Reflektierendes Zuhören fördert eine wertschätzende, konfliktarme Interaktion1,2.

Best Practice:
Reagiert ein:eine Schüler:in auf eine Rückmeldung abweisend, kannst du zunächst das wahrgenommene Gefühl benennen: “Ich merke, dass dir diese Rückmeldung gerade unangenehm ist.” Wiederhole anschliessend das Gehörte in eigenen Worten, ohne das Gehörte zu bewerten oder direkt eine Lösung anbieten zu wollen1.
Reflektiere deine innere Haltung und unterbreche Handlungsimpulse

Lehrpersonen und Schüler:innen beeinflussen sich im Schulalltag wechselseitig in einem zirkulären Prozess. Dabei wirken nicht nur sichtbare Verhaltensweisen, sondern auch Gedanken, Gefühle und Erwartungen5 (siehe Themenfeld Inklusion).

Pädagogische Interaktionen sollten daher immer im biografischen, sozialen und kulturellen Kontext beider Seiten betrachtet werden. Dazu gehört etwa die Reflexion der eigenen Schulbiografie (biografisch), der aktuellen Beziehungen im privaten und beruflichen Umfeld (sozial) sowie der eigenen Normen, Rollenbilder und Gewohnheiten (kulturell)5.

Wiederholtes negatives Feedback kann die Lehrpersonen-Schüler:innen-Beziehung (LSB) belasten6. Umso wichtiger ist es, diesen festgefahrenen Kreislauf bewusst zu durchbrechen.

Best Practice:
Reagiere auf scheinbar respektloses Verhalten nicht sofort, sondern halte kurz inne und werte es nicht als persönlichen Angriff. Reflektiere dazu deine eigene Reaktion:
Fühlst du dich aktuell stark ausgelastet bei der Arbeit oder hast du genügend Ressourcen, um dich um die Interaktion mit dem:der Schüler:in zu kümmern (sozial)? Triggert dich die Reaktion des:der Schüler:in, weil du dich in deiner Schulzeit selbst immer sehr mitgeteilt hast und sein:ihr Verhalten darum nicht nachvollziehen kannst (biografisch)? Könnte es sein, dass Austausch für dich ein Zeichen von Wertschätzung ist, für deine:n Schüler:in jedoch genau das Gegenteil der Fall ist (kulturell)?
Kläre anschliessend im Gespräch die Sicht des:der Schüler:in. Formuliere Beobachtungen ohne Bewertung („Ich sehe, du schaust weg und antwortest kurz.“) und setze bewusst positive Erwartungen.
Durchbrich angespannte Kreisläufe mit “Banking Time”

Das Programm Banking Time setzt auf regelmässige, absichtslose Beziehungsangebote ohne Leistungsbezug, um bestehende Konfliktmuster zu durchbrechen7. Viele Lehrpersonen erleben im Alltag, dass sich etwas verändert: Die Beziehung zu den Schüler:innen wird oft enger und persönlicher. Gleichzeitig zeigen viele Schüler:innen mehr Ausdauer, gehen besser mit Frust um und stören seltener im Unterricht8. In Kombination mit weiteren Massnahmen sind erste positive Effekte oft bereits nach der Banking-Time-Phase sichtbar9. Bei Banking Time geht nicht nur störendes Verhalten zurück. Lehrpersonen reagieren auch seltener negativ, und die Schüler:innen wirken insgesamt entspannter. Das zeigt sich bei den Schüler:innen sogar körperlich, zum Beispiel durch tiefere Stresswerte, was auf ein stärkeres Gefühl von Sicherheit hindeutet10. Entscheidend ist dabei nicht nur die zusätzliche Zeit, sondern wie sie gestaltet wird: aufmerksam, wertschätzend und bewertungsfrei.

Best Practice:
Verbringe etwa zwei- bis dreimal wöchentlich bewusst zehn Minuten exklusiv mit dem:der Schüler:in. Lass in dieser Zeit ausschliesslich den:die Schüler:in bestimmen, was getan wird, während du das Geschehen aufmerksam, bewertungsfrei und mit einer vollkommen akzeptierenden Haltung begleitest7,8. Gerade in der beschriebenen Situation, in der zunehmende Kontrolle zu weiterem Rückzug führt, kann dieser Ansatz helfen, den bestehenden Kreislauf zu durchbrechen.
Optimiere deine Kommunikationsmuster durch “Key2Teach”

Gerade bei Schüler:innen, die viel nach aussen reagieren, zum Beispiel durch häufiges Stören oder impulsives Verhalten, können Coaching-Ansätze wie Key2Teach Lehrpersonen dabei unterstützen, die Beziehung gezielt zu stärken. Das Programm ist zweiphasig aufgebaut: In der ersten Phase werden eigene Überzeugungen über Schüler:innen und deren Einfluss auf die Beziehungsgestaltung reflektiert (Bausteine 1–2). In der zweiten Phase steht die Förderung positiver Interaktionen im Unterricht im Fokus, unter anderem durch videobasierte Analyse sowie Live-In-Ear-Coaching (Ohrhörer, die mit dem Coach verbunden sind)  (Bausteine 3–4), wodurch konkrete Handlungsmuster unmittelbar weiterentwickelt werden können11.

Best Practice:
Setze bei herausforderndem, externalisierendem Problemverhalten gezielt auf begleitetes Coaching, das sowohl Selbstreflexion als auch konkrete Interaktionsgestaltung verbindet. Analysiere zunächst systematisch eigene Annahmen über Schüler:innen und deren Einfluss auf dein Verhalten. Nutze anschliessend videobasierte Reflexion und unmittelbares Feedback, um positive Interaktionsmuster im Unterricht gezielt aufzubauen und zu stabilisieren. Entscheidend ist die enge Verzahnung von Reflexion und direkt umsetzbaren Handlungsschritten im Unterricht11.

 

Phase 1 Phase 2
Wahrnehmung der LSB aus der Lehrpersonen Sicht. Fokus auf positive Interaktion zwischen der Lehrperson und dem/der Schüler:in
Baustein 1 Baustein 3
Das Relationship «Focused Reflection Program» Arbeit mit Coach zur Sichtbarmachung der individuellen LSB, wobei Handlungen und Erfahrungen der Lehrperson mit dem/der Schüler:in in Wissen umgesetzt wird Video Interaction Guidance (hier werden positive Unterrichtsmomente per Video analysiert): Interaktionen mit dem/der Schüler:in und der Lehrperson werden mit dem Coach analysiert
Baustein 2 Baustein 4
Elemente der funktionalen Verhaltensanalyse: Zeigen der Lehrperson, wie sie sich gegenüber dem/der Schüler:in verhält und wie ihre Vorstellungen damit zusammenhängen Synchronous-Coaching-Sitzungen (während des Unterrichts wird die Lehrperson live gecoacht): Hier werden Lehrpersonen während des Unterrichts mittels in-ear Technologie direkt gecoacht

Möchtest du dich vertiefen?

Die bisherigen Vorschläge bieten dir konkrete Orientierung für deinen Unterrichtsalltag. Wenn du wissen möchtest, warum diese Strategien wirksam sind und worauf diese basieren, findest du im Folgenden eine vertiefende wissenschaftliche Einordnung.

Was steckt theoretisch dahinter?
Grundlagen der Selbstbestimmungstheorie

Die Selbstbestimmungstheorie (Self-Determination Theory, SDT) hilft zu verstehen, wie Motivation, Entwicklung und Wohlbefinden entstehen. Sie geht davon aus, dass Menschen drei grundlegende psychologische Bedürfnisse haben: Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit. Diese Bedürfnisse sind angeboren und wichtig für eine gesunde Entwicklung3. In der eingangs beschriebenen Unterrichtssituation werden sie teils eher bedroht als unterstützt: etwa wenn der:die Schüler:in auf Rückmeldungen mit Abwehr reagiert, Blickkontakt vermeidet oder sich durch die zunehmend schärfere Reaktion der Lehrperson eher unter Druck als verstanden fühlt. Wie aus den Best Practice ersichtlich wird, können druckfreie positive Interaktionen1,2, konkretes statt pauschalen Lobs1,2, emotionales Spiegeln1, Mitbestimmung3 und Banking Time8 dazu beitragen, Verbundenheit, Kompetenz und Autonomie im Alltag wieder stärker erfahrbar zu machen.

Verbundenheit im Schulalltag

Im Rahmen dieses Teils steht vor allem das Bedürfnis nach Verbundenheit im Fokus. Gemeint ist damit das Erleben von Zugehörigkeit, sozialer Einbindung und emotionaler Nähe zu anderen Menschen. Für Schüler:innen entsteht dieses Gefühl vor allem in Beziehungen, besonders im Kontakt mit Lehrpersonen und anderen Schüler:innen. Entscheidend ist dabei, wie diese Beziehungen erlebt werden: Fühlen sich Schüler:innen gesehen, akzeptiert und als Teil der Gemeinschaft, wirkt sich das positiv auf ihre Motivation, ihr Engagement und ihr Wohlbefinden aus3. In der Unterrichtssituation ist genau dies brüchig geworden, etwa wenn der:die Schüler:in Blickkontakt vermeidet, Lob mit Schulterzucken quittiert und Begegnungen zunehmend von Misstrauen geprägt sind. Druckfreie Begrüssungen1,2, kurze persönliche Gespräche1, reflektierendes Zuhören1,2 oder Banking Time8 sind konkrete Wege, um Verbundenheit in solchen belasteten Situationen wieder schrittweise aufzubauen.

Need to Belong: Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit

Ergänzend zeigt das Konzept des Need to Belong, dass das Bedürfnis nach Zugehörigkeit ein grundlegendes menschliches Motiv ist. Menschen möchten Teil von stabilen und positiven Beziehungen sein. Besonders wichtig dabei ist, dass Beziehungen nicht nur positiv erlebt werden, sondern auch über eine gewisse Zeit bestehen. Fehlt eine solche soziale Einbindung, kann dies mit negativen emotionalen und motivationalen Folgen verbunden sein12, wie in der Unterrichtssituation erkennbar ist, in der sich durch wiederholte negative Interaktionen ein Gefühl von Ablehnung aufbaut. Regelmässige kleine positive Interaktionen1,2, wertschätzende Rituale1,2 und besonders Banking Time8 setzen nicht nur an einzelnen Situationen an, sondern an der verlässlichen Beziehung über die Zeit.

Wechselseitige Interaktionen im Transaktionalen Modell

Das transaktionale Modell hilft dabei zu verstehen, wie Lehrpersonen und Schüler:innen im Schulalltag miteinander in Beziehung stehen. Es geht davon aus, dass beide Seiten sich gegenseitig beeinflussen: Was Lehrpersonen tun, wirkt auf die Schüler:innen und umgekehrt prägen auch die Reaktionen der Schüler:innen das Verhalten der Lehrpersonen. Das Modell nennt diese Interaktion einen zirkulären Prozess, an dem alle Beteiligten aktiv mitwirken. Dies zeigt sich im eingangs beschriebenen Beispiel besonders deutlich: Die Erwartung von Widerstand führt zu schärferen Reaktionen, was wiederum Rückzug oder Abwehr beim:bei der Schüler:in verstärkt. Es geht nicht nur um das, was von aussen sichtbar ist. Auch Gedanken, Gefühle und Erwartungen spielen eine grosse Rolle. Dazu gehören zum Beispiel die beschriebenen Spannungen, welche dich emotional beschäftigen und du erwartest bereits Widerstand, obwohl vielleicht noch gar keiner da ist. Für die pädagogische Praxis bedeutet dies folglich, dass kognitive Prozesse, Emotionen, Rollenverständnisse und soziale Erwartungen beider Seiten wechselseitig beeinflusst und verändert werden können5. Zusammengefasst muss diese pädagogische Interaktion stets im biografischen, sozialen und kulturellen Kontext beider Seiten betrachtet werden5.

Bedeutung und Grenzen des Transaktionalen Modells in der Forschung

Das Transaktionale Modell wird in der aktuellen erziehungswissenschaftlichen Forschung zur LSB aufgegriffen, besonders hinsichtlich des wechselseitigen Interaktionsprozesses und der zirkulären Rückkopplung. Ursache und Wirkung beeinflussen sich dabei ständig gegenseitig. So können sich Entwicklungen verstärken, im Positiven wie im Negativen. Zum Beispiel kann wiederholt negatives Feedback dazu führen, dass sich die LSB zunehmend verschlechtert6, wie im obigen Beispiel, in dem sich über Zeit ein angespanntes Interaktionsmuster etabliert hat. Bisher wurde das Modell nicht direkt empirisch überprüft, da seine wechselseitigen Prozesse methodisch schwer zu erfassen sind5. Die gegenseitigen Einflüsse lassen sich nur schwer eindeutig messen oder in Experimenten gezielt verändern6.

Schule als sozio-emotionaler Erfahrungsraum

Sozio-emotionale Schulerfahrungen beschreiben einen zentralen Bestandteil schulischer Entwicklung. Schule wird dabei nicht ausschliesslich als Ort des Lernens verstanden, sondern als sozialer Erfahrungsraum, in dem emotionale Erlebnisse und zwischenmenschliche Beziehungen eine wesentliche Rolle spielen. Insbesondere die Qualität sozialer Beziehungen prägt, wie Schüler:innen Schule erleben und bewerten.
Ein besonderer Stellenwert kommt dabei der Lehrer:innen-Schüler:innen-Beziehung zu13. Im beschriebenen Beispiel zeigt sich das besonders deutlich: Die wiederholten angespannten Begegnungen bleiben nicht auf einzelne Situationen beschränkt, sondern beeinflussen, wie der:die Schüler:in die Lehrperson und damit auch den schulischen Alltag erlebt.

Voraussetzungen für positive sozio-emotionale Schulerfahrungen

Lehrpersonen stellen einen zentralen Beziehungskontext dar, der Orientierung, Sicherheit und emotionale Unterstützung vermitteln kann. Die Beziehung zur Lehrperson beeinflusst somit nicht nur das emotionale Erleben der Schüler:innen, sondern auch ihr schulisches Engagement und ihre Motivation13. Im beschriebenen Beispiel zeigt sich die Gegenbewegung dazu: Der:die Schüler:in zieht sich zurück, reagiert misstrauisch und erlebt Begegnungen offenbar nicht mehr als sicher oder unterstützend. Positive sozio-emotionale Schulerfahrungen entstehen insbesondere dann, wenn sich Schüler:innen im schulischen Alltag wahrgenommen, wertgeschätzt und sozial eingebunden fühlen. Solche Erfahrungen sind nicht isoliert zu betrachten, sondern entwickeln sich im Zusammenspiel alltäglicher Interaktionen zwischen Lehrpersonen und Schüler:innen13.

Was sagt die Forschung?
Bedeutung der LSB für Lehrpersonen und Schüler:innen

Im Folgenden werden bedeutsame Ergebnisse von Metaanalysen zur Bedeutung der LSB  beschrieben. Die Forschung zeigt deutlich, dass die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Schüler:innen eine zentrale Rolle für erfolgreiches Lernen spielt14.

Wenn die Beziehung gelingt, profitieren nicht nur die Schüler:innen, sondern auch die Lehrpersonen selbst. Studien zeigen, dass positive Beziehungen zu Schüler:innen stark mit dem Wohlbefinden von Lehrpersonen zusammenhängen (siehe Themenfeld Selbstfürsorge). Umgekehrt belasten häufige Störungen im Unterricht das eigene Erleben spürbar, was sich in der beschriebenen Unterrichtssituation beispielsweise in der zunehmenden Gereiztheit und schnell schärfer werdender Stimme zeigt. Anders gesagt, wie es in der Klasse zwischen Lehrpersonen und Schüler:innen läuft, wirkt sich direkt darauf aus, wie gerne und wie gesund Lehrpersonen ihren Beruf ausüben4. Diese Befunde unterstreichen, dass die Qualität der Lehrpersonen-Schüler:innen-Beziehung nicht nur für Schüler:innen, sondern auch für das berufliche Erleben von Lehrpersonen bedeutsam ist.

Dies wird im oben beschriebenen Beispiel deutlich: Obwohl die Lehrperson zu den meisten Schüler:innen eine tragfähige Beziehung aufgebaut hat, führt die belastete Beziehung zu einem:einer Schüler:in zu einer spürbaren emotionalen Beanspruchung. Die zunehmende Gereiztheit und die schärfer werdende Stimme zeigen exemplarisch, wie stark sich eine konflikthafte Beziehung auf das eigene Erleben auswirken kann.

Einfluss der LSB auf Motivation, Verhalten und Kompetenzen

Auch für die Schüler:innen ist die Beziehungsqualität entscheidend. Eine warme, verlässliche und möglichst konfliktarme Beziehung unterstützt sie dabei, sich sozial gut zu entwickeln. Schüler:innen zeigen in solchen Klassen oft bessere soziale Fähigkeiten, kommen besser mit Gleichaltrigen aus und fühlen sich eher akzeptiert15, im Gegensatz zu Situationen, in denen sie sich, wie im genannten Beispiel, beobachtet und bewertet fühlen.

Darüber hinaus hängt eine gute Beziehung mit vielen weiteren positiven Entwicklungen zusammen: Schüler:innen sind motivierter, beteiligen sich aktiver am Unterricht und erleben häufiger positive Gefühle beim Lernen. Auch ihr Verhalten im Unterricht ist oft angemessener. Zudem zeigen sie bessere Fähigkeiten im Planen, Problemlösen und in der Selbstkontrolle. Nicht zuletzt fühlen sie sich in der Schule wohler und stärker zugehörig16. Spannend ist auch, dass sich die Beziehung zur Lehrperson auf die Beziehungen unter den Schüler:innen auswirkt. Wenn die Beziehung zur Lehrperson belastet ist, zeigt sich das häufig auch in schwierigeren Beziehungen innerhalb der Klasse2. Zusammengefasst stärkt eine gute Beziehung zwischen Lehrpersonen und Schüler:innen das Wohlbefinden und die Entwicklung aller Beteiligten. Ist sie hingegen von Konflikten geprägt, kann das sowohl Lehrpersonen als auch Schüler:innen belasten.

Zentrale Einflussfaktoren der LSB

Was beeinflusst eigentlich, wie gut die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Schüler:innen gelingt? Die Forschung zeigt: Es ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, sowohl auf Seiten der Schüler:innen wie auch der Lehrpersonen1,17. In diesem Abschnitt werden Ergebnisse von Metaanalysen und randomisierten Interventionsstudien zu zentralen Prädiktoren und zusammenhängenden Merkmalen der LSB zusammengefasst.

Verhalten, Motivation und Leistung der Schüler:innen

Lehrpersonen erleben die Beziehung zu Schüler:innen unterschiedlich, je nachdem, wie diese sich verhalten und wie sie im Unterricht mitarbeiten1,2. Bei Schüler:innen, die häufig durch externalisierendes Problemverhalten auffallen (beispielsweise laut, impulsiv), berichten Lehrpersonen häufiger von Spannungen und belasteten Beziehungen. Hinsichtlich nach innen gerichteten Verhaltens (zum Beispiel Rückzug) deuten Metaanalysen jedoch darauf hin, dass dieses die Beziehungsqualität kaum messbar beeinflusst. Umgekehrt erleben Lehrpersonen die Beziehung oft als qualitativ hochwertiger und näher, wenn Schüler:innen motiviert sind und schulisch gut zurechtkommen1,2.

Besonders deutlich zeigt sich, dass die emotionale Qualität der Beziehung einen Unterschied ausmacht. Wenn die Beziehung von Wärme und Vertrauen geprägt ist, treten weniger Verhaltensprobleme auf. Ist sie hingegen belastet, zeigen sich häufiger Schwierigkeiten im Verhalten. Wie stark dieser Zusammenhang ist, kann je nach Alter, Geschlecht oder Kontext variieren17.

Temperament, Selbstregulation und Geschlecht des Kindes

Auch persönliche Voraussetzungen der Schüler:innen spielen eine Rolle. Schüler:innen, denen es schwerfällt, ihr Verhalten zu steuern (zum Beispiel Impulse zu kontrollieren oder aufmerksam zu bleiben), geraten eher in konflikthafte Beziehungen zu Lehrpersonen. Schüler:innen mit guter Selbststeuerung erleben dagegen häufiger eine stabile und nahe Beziehung2,18,19.

Im Durchschnitt zeigen Studien auch Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen: Jungen sind etwas häufiger in konflikthaften Beziehungen, während Mädchen tendenziell engere Beziehungen zur Lehrperson aufbauen19. Ein spannender Punkt ist Schüchternheit: Weniger schüchterne Schüler:innen suchen häufiger den Kontakt zur Lehrperson. Dadurch entsteht einerseits mehr Nähe, andererseits aber auch mehr Reibung. Sehr schüchterne Schüler:innen gehen oft „unter“, weil sie sich weniger einbringen. Das kann dazu führen, dass sie weniger Aufmerksamkeit und damit auch weniger Beziehung erleben19.

Persönlichkeit der Schüler:innen

Auch die Persönlichkeit der Schüler:innen hängt mit der Beziehungsqualität zusammen. Besonders günstig wirken sich Eigenschaften aus wie Hilfsbereitschaft, kooperatives Verhalten oder die Bereitschaft, Dinge aktiv anzugehen. Solche Schüler:innen bauen oft leichter tragfähige Beziehungen zu Lehrpersonen auf19. Der:die Schüler:in aus dem beschriebenen Beispiel zeigt demgegenüber ein eher zurückhaltendes Verhalten (zum Beispiel einsilbige Antworten, vermiedener Blickkontakt).

Persönlichkeit der Lehrpersonen

Nicht zuletzt spielt auch die Persönlichkeit der Lehrpersonen eine Rolle. Lehrpersonen, die als kooperativ, verständnisvoll und verlässlich wahrgenommen werden, berichten häufiger von positiven Beziehungen zu ihren Schüler:innen19. Im genannten Unterrichtsbeispiel zeigt sich gleichzeitig, dass sich das eigene Verhalten situativ verändern kann, etwa wenn die Stimme schneller schärfer wird oder innere Erwartungen von Widerstand entstehen.

Ansätze zur Stärkung der LSB

Es gibt konkrete Ansätze, mit denen Lehrpersonen die Beziehung zu ihren Schüler:innen gezielt stärken können. Zwei davon sind Key2Teach und Banking Time.

Key2Teach

Studien zeigen, wenn Lehrpersonen das Coaching-Programm Key2Teach nutzen, kann sich die Beziehung zu bestimmten Schüler:innen deutlich verbessern, gerade zu Schüler:innen, die durch herausforderndes Verhalten auffallen. Das ist besonders relevant, weil konflikthafte Beziehungen im Schulalltag für Lehrpersonen, wie Schüler:innen, belastend sind11. Das ist besonders für das beschriebene Beispiel relevant, weil dort bereits ein belastendes Muster aus Erwartung von Widerstand, schärferen Reaktionen und weiterem Rückzug entstanden ist.

In einer Studie mit Lehrpersonen der Mittelstufe zeigte sich, dass diese nach dem Coaching mehr Nähe zu diesen Schüler:innen wahrnehmen. Gleichzeitig berichteten sie von weniger Konflikten. In einer Vergleichsgruppe ohne Coaching veränderte sich die Beziehung im gleichen Zeitraum kaum11.

Im beschriebnen Beispiel wäre also ein erster wichtiger Schritt, das entstandene Muster bewusst zu erkennen. Die Lehrperson kann gezielt daran arbeiten, automatische Erwartungen („Da kommt wieder Widerstand“) zu hinterfragen und bewusst anders zu reagieren.

Banking Time

Auch der Ansatz Banking Time wurde in mehreren Studien untersucht. Es zeigte sich, dass sich die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Schüler:innen verbesserte und sich das Verhalten der Schüler:innen positiv entwickelte8. Für das eingangs beschriebene Beispiel ist das besonders relevant, weil sich dort bereits ein belastender Kreislauf aus Kontrolle, Rückzug und Misstrauen verfestigt hat. Banking Time setzt genau hier an: Lehrpersonen begegnen dem Kind aufmerksam, wertschätzend und ohne Bewertung. Genau das kann helfen, Vertrauen aufzubauen und die Beziehung nachhaltig zu stärken. Lehrpersonen berichten nach der Anwendung von Banking Time häufig von mehr emotionaler Nähe zu ihren Schüler:innen. Gleichzeitig zeigen die Schüler:innen mehr Ausdauer, können besser mit Frustration umgehen und verhalten sich im Unterricht weniger störend8.

In Studien, in denen Banking Time mit weiteren Massnahmen kombiniert wurde (zum Beispiel Training für Lehrpersonen oder gezielte Verhaltensunterstützung), zeigte sich ebenfalls eine deutliche Verbesserung im Verhalten der Schüler:innen. Interessant dabei ist, dass erste positive Effekte oft bereits nach der Banking-Time-Phase sichtbar waren9.

Eine grössere Studie mit Vorschulschüler:innen verglich Banking Time mit einer anderen Form von zusätzlicher Zuwendung sowie mit regulärem Unterricht. Zwar halfen beide zusätzlichen Angebote, störendes Verhalten zu reduzieren. Doch nur bei Banking Time zeigte sich, dass Lehrpersonen weniger negative Reaktionen gegenüber den Schüler:innen hatten. Zudem wiesen diese Schüler:innen tiefere Werte eines Stresshormons auf, was ein Hinweis darauf ist, dass sie sich emotional sicherer fühlten10.

Entscheidend ist folglich nicht nur zusätzliche Zeit mit einzelnen Schüler:innen, sondern auch wie diese Zeit gestaltet wird. Bei Banking Time steht im Zentrum, dass Lehrpersonen dem Kind aufmerksam, wertschätzend und ohne Bewertung begegnen. Genau das kann helfen, Vertrauen aufzubauen und die Beziehung nachhaltig zu stärken10. Gerade weil der:die Schüler:in im Beispiel stark auf Bewertung reagiert, könnte dieser Ansatz zentral sein.

Quellen
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Take Home Message

Eine tragfähige LSB ist wichtig für eine wirksame Klassenführung und lässt sich selbst bei Mustern durch proaktive Beziehungsangebote sowie reaktive Strategien gezielt stärken. Wenn Lehrpersonen diese Konfliktkreisläufe aktiv durchbrechen, reduzieren sie Unterrichtsstörungen und fördern nachhaltig die schulische sowie soziale Entwicklung der Schüler:innen. Gleichzeitig entlasten sie sich dadurch spürbar im Schulalltag und investieren direkt in ihr eigenes berufliches Wohlbefinden.

Die LSB wird zusätzlich gestärkt, wenn Lehrpersonen bewusst auf Übergänge und Routinen im Unterricht achten, eine inklusive Haltung einnehmen und die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten aktiv pflegen. Denn das Wohlbefinden aller Beteiligten entsteht aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Impressum

Editor:in

J. Burkhardt 
BA in Primary Education & MSc in Educational Science (i.A.) 

Autor:innen

F. Hübscher
BA in Primary Education & MSc in Educational Science (i.A.)

L. Flükiger
MA in Secondary Education & MSc in Educational Science (i.A.)

L. Huber
MA in Secondary Education & MSc in Educational Science (i.A.)

V. Garius-Fravi
MSc in Sport Science & Psycholgy, Teaching Diploma for Upper Secondary Education & Continuing Education in Educational Science (i.A.)

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